ALLMÄHLICH GEHT MIR EINE GANZE BOGENLAMPE AUF
Nach den Tagebüchern von Richard Stumpf & Paul Linke
Premiere 05|2014
Regie & Bühnenfassung: Anne Spaeter
Theater Wilhelmshaven in Kooperation mit dem Deutschen Marinemuseum
Allmählich geht mir eine ganze Bogenlampe auf
Mit: Aom Flury, Christoph Sommer
Dramaturgie: Peter Hilton Fliegel
Fotos: Bundesarchiv_DVM
Wilhelmshavener Zeitung | 27.05.2014
Vom Monarchisten zum Republikaner
„Die Schauspieler der Landesbühne Niedersachsen Nord sind in die Rollen der Matrosen Carl Richard Linke und Richard Stumpf geschlüpft. Nein mehr: Für 75 Minuten werden sie Linke und Stumpf. Die Premierenvorstellung der von Anne Spaeter in Szene gesetzten Lesung aus den Tagebüchern der beiden Marinesoldaten mit dem Titel „Allmählich geht mir eine ganze Bogenlampe auf“ wird von den Zuhörern mit kräftigem Applaus bedacht. ... Geschichte wird hautnah spürbar, miterlebbar, anrührend.
6. August 1914: Das Warten auf den Engländer beginnt. Doch der Angriff auf Wilhelmshaven kommt nicht. Von Tag zu Tag wächst die Langeweile an Bord – und der Missmut. …
Dann doch der Krieg zur See: 31. Mai und 1. Juni 1916. Skagerrak-Schlacht. Die „Helgoland“ mitten drin. 6.35 Uhr. „Salve, Feuer!“ Getroffen. Schiffe in Flammen. Riesiger Knall. Treffer in Abteilung 15. Loch in der Außenhaut, keine Toten. Glück gehabt. Hunderte Kameraden auf den anderen Schiffen werden in Stücke gerissen. Später werden auf dem Neuender Friedhof 1024 Särge zu Grabe getragen. Ist das der ersehnte Krieg? Flury und Sommer gelingt es, die innere Zerrissenheit der Matrosen zu transportieren.“