DER GESTIEFELTE KATER

BRÜDER GRIMM
Bühnenfassung von Anne Spaeter

Premiere 06|2013

Gandersheimer Domfestspiele

Der gestiefelte Kater

Mit: Gunter Heun, Moritz Fleiter, Daniel Montoya, Lea Willkowsky


Bühne & Kostüme: Sandra Becker


Musik: Dominik Dittrich


Dramaturgie: Daniel Vollstedt

Fotos: R. A. Hillebrecht

harzerkritiker.blogspot.com | 02.06.2013

Kater + Stiefel = Magie

"Dieser gestiefelte Kater will nicht nur spielen
Anne Spaeter macht zum Auftakt der Gandersheimer Domfestspiele aus dem Grimm-Märchen eine Komödie über Chancen, Trottel und Freunde.  Mit dem Familienstück "Der gestiefelte Kater" zeigt die Regisseurin Anne Spaeter, das im Grimmschen Stoff mehr drin steckt, als man vermutet und das Stücke über die wirklich wichtigen Dinge im Leben ohne Moralin auskommen können. Die Gandersheimer Inszenierung als Gemeinschaftswerk von Anne Spaeter, Sandra Becker und Dominik Dittrich ist ein Musik-Revue mit Chansons und Rumba, mit Schmunzeln und mit Lachen und ein wenig Klamauk darf auch dabei sein. ... In der Gandersheimer Inszenierung gibt es kein halbtotes Grimm-Sprech, aber auch keine obercoolen Jugendslang. Ob Sprecher, Müllersohn, Kater oder Prinzessin, alle reden so, wie du und ich. Der Verzicht auf die Anbiederung an jugendliche Sprechgewohnheiten tut dem Stück gut und holt es aus der Ecke in die Erfahrungswelt von jungen und älteren Zuschauern, denn dieser gestiefelte Kater ist konkret und nicht krass und der Kritiker neben mir versteht ihn auch. ... Die Zuschauer haben bis hierhin erkannt, dass eben erst die freie Auslegung der Textvorlage zeigt, welche Schätze in Grimmschen Märchen stecken und welche Upgrade sie dazu vertragen. Vielleicht ist dies das große Plus an der Zusammenarbeit von Anne Spaeter in der Regie, Sandra Becker und Dominik Dittrich: ein gestiefelter Kater, der nicht in Werktreue ertrinkt und auch nicht in gekrampfter Intellektualität erstarrt. Dieses Stück kann man als Märchen sehen oder als Parabel über das Erwachsen werden in einer Umwelt, die es vielleicht zu gut meint mit dem Nachwuchs. Welche Sichtweise man annimmt, dass bleibt jedem selbst überlassen und genau das macht gutes Theater aus. Auch für Kinder und deren Eltern. Das Urteil des Kritikers neben mir war eindeutig: "Ja, ich fand das auch gut." Ihm war es egal, ob der Müllersohn nun am Schluss  noch die Prinzessin bekommen hat oder nicht oder die Prinzessin den Müllersohn oder nicht oder wer auch immer irgendwen. Mir war's auch egal."

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